Blog / Cryptomator Hub 2.0.0: Nutzerverwaltung und Emergency Access


Mit Cryptomator Hub 2.0.0 veröffentlichen wir ein Update, das besonders für Teams, kleine Unternehmen und Organisationen spannend ist: Die Verwaltung von verschlüsselten Tresoren wird einfacher, transparenter und zuverlässiger.

Schon in unserem Beitrag zum 2. Geburtstag von Cryptomator Hub haben wir einen Ausblick auf die kommenden Funktionen gegeben. Jetzt sind sie vollständig verfügbar. Wir schauen uns zuerst an, was neu ist – und erklären danach für alle, die Hub noch nicht kennen, was Cryptomator Hub eigentlich ist und warum es sich für Teams lohnt.

Cryptomator Hub 2.0.0: Nutzerverwaltung und Emergency Access

Was ist neu in Cryptomator Hub 2.0.0?

Zwei Bereiche stehen im Fokus: User & Group Management und Emergency Access.

User & Group Management: Nutzer und Gruppen direkt in Hub verwalten

Bisher lief die Verwaltung von Personen und Gruppen über Keycloak. Mit Version 2.0.0 passiert das direkt in der Oberfläche von Cryptomator Hub – ein Werkzeugwechsel weniger im Arbeitsalltag.

  • Nutzer und Gruppen direkt in Hub anlegen und verwalten
  • Berechtigungen über Gruppen vergeben, statt jeden Zugriff einzeln zu pflegen
  • Weniger Verwaltungsaufwand und weniger Komplexität beim Setup
Die Nutzerliste in Cryptomator Hub 2.0.0

Ein Beispiel: In einem kleinen Unternehmen braucht die Buchhaltung Zugriff auf Finanzunterlagen, HR auf Personalunterlagen und Projektteams auf ihre jeweiligen Arbeitsdokumente. Mit Gruppen lassen sich solche Strukturen abbilden, statt jede Person einzeln zu berechtigen. Neue Teammitglieder kommen in die passende Gruppe und haben damit genau die Rechte, die sie brauchen. Wechselt jemand die Rolle oder verlässt das Team, wird die Gruppenzugehörigkeit angepasst – fertig.

Das hilft vor allem kleinen und mittleren Teams, die keine eigene IAM-Expertise im Haus haben.

Gruppendetails mit Mitgliedern und Tresoren in Cryptomator Hub 2.0.0

Emergency Access: Zugriff wiederherstellen, wenn es darauf ankommt

Was passiert, wenn die Person, der ein Tresor gehört, im Urlaub, krank oder nicht mehr im Unternehmen ist?

Emergency Access gibt darauf eine Antwort, ohne das Sicherheitsmodell aufzuweichen:

  • Admins legen eine Gruppe vertrauenswürdiger Personen fest.
  • Diese Gruppe kann den Zugriff auf einen Tresor nach dem Mehr-Augen-Prinzip wiederherstellen.
  • Die Wiederherstellung bleibt damit an mehrere Beteiligte gebunden – eine einzelne Person kann sich keinen Zugang verschaffen.
Die Emergency-Access-Übersicht mit dem Vault Council in Cryptomator Hub 2.0.0

Emergency Access ist Teil des Enterprise-Plans.

Für geschäftskritische Daten ist das ein wichtiger Baustein. Denn Verschlüsselung darf nicht bedeuten, dass ein Unternehmen im Ernstfall handlungsunfähig wird.

So bekommt ihr das Update

Wenn ihr Cryptomator Hub selbst hostet, aktualisiert eure Instanz auf Version 2.0.0 und folgt den Schritten in den Release Notes.

Wenn ihr eine Managed-Instanz nutzt, übernehmen wir das Update für euch und melden uns vorab mit dem genauen Wartungsfenster.

Was ist Cryptomator Hub?

Cryptomator Hub ist unsere Lösung für verschlüsselte Zusammenarbeit im Team. Während die klassische Cryptomator-App darauf ausgelegt ist, dass einzelne Personen ihre Dateien clientseitig verschlüsseln und sicher in der Cloud speichern, überträgt Hub dieses Prinzip auf Teams und Organisationen.

Ihr erstellt verschlüsselte Tresore für eure Teams, verwaltet Zugriffsrechte zentral und nutzt weiterhin den Cloud-Speicher eurer Wahl: OneDrive, Google Drive, Dropbox, Nextcloud oder einen anderen Anbieter. Die Dateien bleiben dort, wo ihr sie speichert – Hub kümmert sich um Zugriffskontrolle und Schlüsselmanagement, wird aber selbst nie zum Speicherort eurer Daten.

Die Cryptomator-App bleibt dabei die Anwendung, mit der ihr eure Tresore lokal öffnet und nutzt. Hub ersetzt sie nicht, sondern ergänzt sie um das, was Teams zusätzlich brauchen. Am Grundprinzip ändert sich nichts: Eure Daten werden clientseitig verschlüsselt. Weder Cloud-Anbieter noch unberechtigte Personen können eure Dateien im Klartext lesen.

Warum nicht einfach die Cryptomator-App im Team nutzen?

Die klassische Cryptomator-App ist ideal für Einzelpersonen. Grundsätzlich lässt sich ein Tresor auch mit mehreren Personen nutzen – in der Praxis bedeutet das aber, dass ein Passwort geteilt werden muss.

Und geteilte Passwörter sind in Teams immer problematisch: Sie werden über Chats oder Passwortmanager weitergegeben, ohne dass klar bleibt, wer sie tatsächlich noch kennt. Zurückziehen lassen sie sich kaum. Soll eine Person keinen Zugriff mehr haben, reicht es nicht, sie aus einer Gruppe zu entfernen – das Passwort müsste geändert und erneut an alle berechtigten Personen verteilt werden.

Dazu kommen Fragen, die sich mit einem gemeinsam bekannten Passwort gar nicht beantworten lassen:

  • Wer darf auf welchen Tresor zugreifen?
  • Wie werden neue Personen hinzugefügt und ausscheidende zuverlässig ausgeschlossen?
  • Wie bleibt die Verwaltung übersichtlich, wenn mehrere Teams, Abteilungen oder Projekte beteiligt sind?
  • Was passiert, wenn eine verantwortliche Person keinen Zugriff mehr hat?

Cryptomator Hub organisiert Zugriff deshalb nicht über ein gemeinsames Passwort, sondern über individuelle Accounts, Rollen und Berechtigungen. Jede Person arbeitet mit ihrem eigenen Zugang, und Zugriffe können gezielt vergeben und wieder entzogen werden.

Wer hat eigentlich die Schlüssel?

Vertrauliche Informationen – Kundendaten, Verträge, Finanz- und Personalunterlagen, interne Strategiepapiere – liegen heute meist in der Cloud. Das ist praktisch, weil Teams flexibel und standortübergreifend zusammenarbeiten können. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Wer kann diese Daten eigentlich sehen?

Cloud-Anbieter haben zwar eigene Sicherheitsmechanismen, aber nicht jede Verschlüsselung ist gleich. In vielen Fällen werden Daten zwar verschlüsselt gespeichert, die Schlüssel liegen jedoch beim Anbieter selbst. Der hat technisch die Möglichkeit, die Inhalte zu entschlüsseln – wenn er es möchte oder dazu verpflichtet wird.

Cryptomator Hub bringt deshalb clientseitige Verschlüsselung in den Team-Kontext: Die Daten werden verschlüsselt, bevor sie in der Cloud landen. Nur berechtigte Personen kommen an die Inhalte. Das macht Hub für Organisationen interessant, die den Komfort der Cloud nutzen möchten, ohne die Vertraulichkeit ihrer Daten aufzugeben.

Warum Hub gerade für kleine Teams sinnvoll ist

Kleine Teams und Unternehmen stehen oft vor einem Dilemma: Sie möchten sensible Daten schützen, haben aber keine große IT-Abteilung, keine komplexe Sicherheitsinfrastruktur und kein eigenes Compliance-Team. Genau dort spielt Hub seine Stärken aus.

1. Individuelle Zugänge statt geteilter Passwörter

Jede Person hat ihren eigenen Zugang. Das zahlt sich vor allem beim Offboarding aus: Verlässt jemand das Unternehmen, wird der Zugriff zentral entzogen – ohne dass ein Tresor neu organisiert oder ein Passwort neu verteilt werden muss.

2. Struktur statt einem Tresor für alles

Ein einzelner Tresor reicht für Einzelpersonen. Teams brauchen meist mehrere Bereiche: für Geschäftsführung, Buchhaltung, Marketing oder einzelne Kundenprojekte. Mit Hub werden daraus separate Tresore, die gezielt freigegeben werden. So erhält jede Person nur Zugriff auf die Daten, die sie wirklich benötigt – so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

3. Sicherheit, die im Alltag nicht stört

In kleinen Teams wird Sicherheit oft nebenbei organisiert. Wenn Zugriffskontrolle kompliziert ist, wird sie umgangen. Hub macht die sichere Variante zur praktischen: Nutzerinnen und Nutzer melden sich an, öffnen ihre freigegebenen Tresore und arbeiten mit ihren Dateien – ohne Passwörter auszutauschen oder technische Details verstehen zu müssen.

4. Cloud-Speicher frei wählbar

Hub schreibt euch nicht vor, welchen Cloud-Speicher ihr nutzen müsst. Es ergänzt eure bestehende Infrastruktur um eine zusätzliche Sicherheitsebene, statt sie zu ersetzen.

5. Zero-Knowledge: auch wir sehen eure Daten nicht

Hub verwaltet Zugriffe und Schlüsselmaterial so, dass verschlüsselte Zusammenarbeit möglich wird, ohne dass eine zentrale Stelle – auch nicht wir – an eure unverschlüsselten Inhalte kommt. Das ist das Zero-Knowledge-Prinzip. Und weil Hub Open Source ist, lässt sich das nachprüfen.

Typische Einsatzbereiche

Cryptomator Hub eignet sich überall dort, wo Teams gemeinsam mit sensiblen Dateien arbeiten:

  • Kleine Unternehmen mit vertraulichen Verträgen, Finanz- und Kundendaten
  • Agenturen und Projektteams, die pro Kunde oder Projekt einen eigenen Tresor freigeben
  • NGOs, die verteilt arbeiten und mit Spenderdaten oder personenbezogenen Daten umgehen
  • Forschung und Bildung mit sensiblen Forschungsdaten und internen Dokumenten
  • Betriebsräte und vertrauliche Gremien, bei denen Datenzugriffe klar begrenzt sein müssen

Fazit

Je sensibler die Daten in der Cloud, desto wichtiger wird die Frage, wer wirklich Zugriff darauf hat. Mit Cryptomator Hub behalten Teams diese Kontrolle – und mit Version 2.0.0 wird die Verwaltung deutlich einfacher: Das neue User & Group Management bündelt Personen, Gruppen und Berechtigungen an einem Ort, Emergency Access sorgt dafür, dass niemand ausgesperrt bleibt, wenn eine verantwortliche Person ausfällt.

Für Einzelpersonen bleibt die klassische Cryptomator-App die richtige Wahl. Für Teams, kleine Unternehmen und Organisationen ist Hub der nächste logische Schritt.

👉 Jetzt Cryptomator Hub ausprobieren

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